kMagazin.png

Arbeiten von zu Hause - Mit diesen 3 Tipps wird dein Job ernst genommen

Das Home-Office ist heutzutage so normal wie das Bestellen einer Pizza. Gerade, wenn es darum geht, ein Projekt selbstständig zu bearbeiten und etwas mehr Ruhe nicht schaden kann, bietet es sich an, zu Hause zu bleiben. Seitdem man zum Telefonieren nicht mehr über die Straße laufen muss, hat man meist alle notwendigen Arbeitsmittel auch in den eigenen vier Wänden. Im Gegensatz zum gelegentlichen Einsatz von Heimarbeit, stehen viele einem Job, der komplett von zu Hause aus läuft, noch skeptisch gegenüber. Es scheint fast so, als sei es keine Arbeit, wenn man nicht morgens das Haus verlässt. Wie man solchen Vorurteilen begegnet und wie dein Job von zu Hause ab jetzt ernst genommen wird, erfährst du hier.

Es ist alles nicht so einfach. Als Kinder stehen wir vor dem Spiegel und üben Dankesreden, stellen uns vor, wie wir später Arzt, Pilot oder Feuerwehrmann werden und träumen davon, eines Tages berühmt oder reich oder beides zu sein. Manche werden genau das und ganz automatisch umgibt sie dadurch eine Aura von Prestige und Anerkennung.


Die meisten von uns jedoch sind nach dem Abschluss Field Operator, Welcome Manager, Scrum Master oder Head of Irgendwas, was nicht weniger wichtig ist, aber zugegeben ziemlich dämlich klingt. Darunter kann man sich auf Anhieb gar kein richtiges Bild von den Aufgaben oder der Position desjenigen machen, sodass man solche Freunde und Bekannte unter "der arbeitet bei Soundso" verbucht. Noch komplizierter wird es, wenn man irgendetwas davon von zu Hause aus macht. Und schon hat man die restlichen Zuhörer verloren.

Für die Arbeit von zu Hause aus braucht es oft nur einen Laptop...und Kaffee

Seitdem ich mich selbstständig gemacht habe, lese ich immer wieder in Foren, wie wenig Akzeptanz der Job von zu Hause erntet, unabhängig vom Erfolg der Arbeit. Es sind vor allem jüngere Frauen, die neben der Kindererziehung arbeiten, aber auch Frauen, die sich später in ihrer Karriere mit der Selbstständigkeit einen Traum erfüllen, die sich immer wieder erklären müssen und selbst innerhalb der Familie auf Gegenwehr stoßen.


Viele beklagen, dass das junge Online-Business zum Hobby abgestempelt wird, die Arbeit am Computer nicht verstanden und ernst genommen wird. oder die freiberufliche Tätigkeit als Freizeit interpretiert wird, die man bequem um Haushalt und Betreuung der Kinder herumplanen kann. Das führt dann nicht nur zu Problemen in der Beziehung, sondern macht das Home-Office zu einem einsamen Ort.

Ohne Unterstützung kann das Home-Office zu einem einsamen Ort werden

Dabei lassen sich viele Vorurteile schnell aus dem Weg räumen. Manch einer wird erkennen, wie viel Zeit und Energie du in deine Arbeit steckst. Für andere hingegen, die keine Vorstellung davon haben, wird man dies erst sichtbar machen müssen.


Kommuniziere deine Arbeitszeiten

Geht jemand morgens ins Büro, wissen wir oft nicht, was er oder sie dort genau macht. Nichtsdestotrotz gehen wir davon aus, dass die Person tagsüber beschäftigt ist und der Job immer super stressig und furchtbar wichtig ist. Arbeitet man zu Hause, verhält sich das Ganze etwas anders. Während man oft zwei Mal überlegt, ob man jemanden auf Arbeit mit einem Anruf stört, gilt man im Home-Office schnell als ständig erreichbar. Immerhin ist man ja bereits daheim. In den meisten Fällen ist das auch kein Problem (wie wahrscheinlich auch im Büro). Und doch gibt es da diese Momente, in denen dein Gegenüber Zeit hat, Pause macht, oder einfach Urlaub hat und einfach nicht berücksichtigt, dass du gerade keine Zeit hast, Pause machst oder Urlaub hast.


Telefonieren während der Arbeitszeiten? Nur wenn's passt

Was würdest du im Büro machen, wenn's gerade nicht passt? Wahrscheinlich würde man kurz und knapp erklären, dass man beschäftigt ist und zurückruft, sobald man Zeit hat. Klingt doch gut, oder? Also, wieso sagt man es dann nicht auch genau so von zu Hause aus? Es gibt keinen Grund. Zumindest keinen guten.


Vielleicht hat man ein schlechtes Gewissen, weil man ja seine Zeit frei einteilen kann. Oder weil man eben noch eine Pause gemacht hat oder abgelenkt war. Egal. Wenn du dich gerade wieder in etwas eingearbeitet hast, kannst du das dem Anrufer ruhig auch so sagen und er wird es verstehen. Immerhin ruft derjenige nicht wirklich an, um dich von der Arbeit abzuhalten, sondern hat lediglich nicht immer auf dem Schirm, dass du ebenso beschäftigt sein könntest.


Sag einfach "nein"

Du stehst ganz am Anfang und hast noch nicht den Kundenstamm, den du dir wünscht oder bist finanziell noch nicht da, wo du hinkommen willst? Außerdem bist du ja zeitlich flexibel und den ganzen Tag zu Hause. Da liegt es doch nahe, wenn Freunde und Bekannte Aufträge für dich finden. Natürlich unbezahlt, ist doch klar. Dir macht doch Spaß, was du machst. Das muss reichen. Oder?


Sag einfach nur "nein". Nur weil du dich in deinem Feld noch nicht etabliert hast, heißt das nicht, dass es keine Arbeit ist, dass du deine Heizung nicht bezahlen musst oder eine Familie zu versorgen hast. Ja, manchmal willst du sogar etwas essen.


Während bei einem "festen" Job niemand auf die Idee käme, dass der Angestellte seine ersten Projekte unbezahlt beackern würde, hat sich bei Freiberuflern und Selbstständigen die Idee eingebürgert, man müsse am Anfang jede Arbeit annehmen, und dass eine Absage Undankbarkeit und Desinteresse ausdrückt. Dabei sollte man es selbst (und auch andere) so betrachten: Jede unbezahlte Arbeit kostet mich Zeit, die mich von bezahlter Arbeit abhält. Und das kann ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht leisten (Siehe: das mit dem Essen).

Der Spaß an der Arbeit ist Bezahlung genug, oder? Oder.

Ich sage nicht, dass man nichts für Freunde und Familie machen sollte. Ganz im Gegenteil: Wenn es sich um Menschen handelt, die dir ihre Zeit und Arbeitskraft ebenso zur Verfügung stellen, würde wohl kaum einer von uns zögern, seine Dienste anzubieten. Fischig wird es, wenn man etwas für Freunde von Freunden von Freunden machen soll und gleich eine kleine Anforderungsliste mitgeliefert bekommt. Die Freude an der Arbeit ist doch Bezahlung genug, richtig?


Falsch. Es ist immer noch Arbeit. Und so sehr sie auch Spaß machen kann, hat sie auch stressige, bürokratische, ärgerliche, nervige und monotone Seiten und ist am Ende des Tages verdammt anstrengend. Pro bono zu arbeiten ist eine feine Sache. Besonders wenn es einem guten Zweck oder jemandem dient, der sich dies normalerweise nicht leisten kann. Jedoch muss auch ich es mir erlauben können, und das ist halt erst der Fall, nachdem meine Rechnungen bezahlt sind.


Sprich über deine Arbeit

Kennt ihr auch jemanden, der immer nur ungefragt von der Arbeit erzählt? Was passiert ist, was die Kollegin gesagt hat, was sich der eine Kunde letztens erlaubt hat und wie anstrengend doch alles ist. Sobald dann jemand das Thema wechselt, lauert der selbsternannte Workaholic nur auf seine Chance, das Gespräch wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. So nervig das auch sein kann, ist es ebenso schädlich, überhaupt nicht über seine Arbeit zu sprechen.

Tell me more, tell me more. Like, does he have a car?

Besonders wenn man am Anfang steht, meint man oft, nichts interessantes von seinem Tag berichten zu können. Die persönlichen Meilensteine erscheinen winzig und unbedeutend, die Details für andere nicht nachvollziehbar. Hmm, also geht's dir wahrscheinlich wie allen anderen, oder? Oder du hattest einen schlechten Tag. Alles ist schiefgegangen und du hast dein Tagesziel nicht erreicht. Davon soll aber bloß niemand erfahren, damit sie nicht gleich deine ganze Arbeit in Frage stellen. Am liebsten soll keiner deine Misserfolge mitkriegen, damit du immer schön entspannt und erfolgreich wirkst. Ich denke nicht.


Dass das nur so eine mäßige Idee sein könnte, hast du bestimmt auch schon am eigenen Leib erfahren. Oft ist es nämlich so, dass etwas, worüber man überhaupt nicht spricht, ebenso wenig wahrgenommen wird. Du fährst demnach am besten, wenn du ab und zu über deine Projekte sprichst.


Du hast einen neuen Kunden gewonnen? Du hast einen Kunden verloren? Erzähle deinen Freunden, woran du arbeitest und mit welchen Hürden du zu kämpfen hast. Vielleicht hilft dir sogar jemand. In jedem Fall fiebern sie ab jetzt mit dir mit. Feiert zusammen kleinere Erfolge und lass sie an deiner Arbeit teilhaben. Und hab bloß keine Angst davor, sie mit deinem monotonen Arbeitstag zu langweilen. Dieses Recht ist nicht nur den festen Jobs vorbehalten.


Das wären meine Vorschläge dazu, wie man damit umgehen kann, wenn die eigene Arbeit auf Skepsis und fehlende Unterstützung im Bekanntenkreis trifft. Leider gibt es keine Garantie dafür, dass dies jedem hilft und man jeden einzelnen überzeugt. Aber vielleicht muss man das auch gar nicht.

Man wird nicht jeden mit seiner Leidenschaft anstecken können, erst recht nicht, wenn man selbst nicht an sich glaubt, Daher bleibt nichts weiter übrig, als weiter zu machen, professionelle Zweifler auszublenden und sich an diejenigen zu wenden, die euch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Auch auf die Gefahr hin, dass ihr das selbst seid.


Seid ihr auch selbstständig und habt mit Vorurteilen zu kämpfen? Wie geht ihr dagegen vor? Schreibt es in die Kommentare!


#job #karriere #leben #kolumne #arbeit #selbstständigkeit #freiberufler #anerkennung #freunde #familie #tipps #arbeitenvonzuhause #homeoffice #jobs #selbstständig #jobundfamilie


Über mich

Kirovair wurde 2018 von Iri Kirova gegründet, die zur Zeit in Berlin und Augsburg lebt.

Empfohlene Einträge

Kirovair

Iri Kirova

© Iri Kirova 2020

Logo Wortbild Marke Kirovair Sept 19-01.
  • Schwarz Facebook Icon
  • Schwarz Instagram Icon
  • Schwarz Pinterest Icon
  • Schwarz Twitter Icon